Montag, 5. Juni 2017

Wilderness to Primecase (6h/21km)

An die Freude

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken,
 Himmlische, dein Heiligthum.

Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng getheilt,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Seit umschlungen Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu seyn,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet.

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.

Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod,
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.

Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahndest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternenzelt,
Ueber Sternen muß er wohnen.

Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.

Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.

Froh, wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmels prächt’gen Plan,
Laufet Brüder eure Bahn,
Freudig wie ein Held zum siegen.

Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.
                                    
Duldet muthig Millionen!
Duldet für die bess’re Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.

Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ist’s ihnen gleich zu seyn.
Gram und Armuth soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.

Groll und Rache sey vergessen,
Unserm Todfeind sey verziehn.
Keine Thräne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.

Unser Schuldbuch sey vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Richtet Gott – wie wir gerichtet.

Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube gold’nem Blut
Trinken Sanftmuth Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmuth – –
Brüder fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel spritzen:
Dieses Glas dem guten Geist!

Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Ueberm Sternenzelt dort oben!

Festen Muth in schwerem Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwor’nen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen, –
Brüder, gält es Gut und Blut –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut.

Schließt den heil’gen Zirkel dichter,
Schwört bei diesem gold’nen Wein;
Dem Gelübde treu zu seyn,
Schwört es bei dem Sternenrichter!

Friedrich Schiller

Sunday, 4.6.2017, Primecase 

The end of our trip comes closer and the eternal City is already visible on every sign. A last time we had to walk uphill, the monastery of Farfa was our goal.
Unfortunately the scenery changed even more, except a very short time we had to follow more or less busy roads.
As on every day of our trip sun was burning down and we were happy for every bit of shade we could get.
We already had survived the first 10km when we reached the city of Poggio Mirteto, as so often located on a mountain top.
We sat down in the first cafe we found, trying to calculate the wind and choosing a place far away from other customers... guess you could smell every kilometre we walked! Only after I ordered my traditional beer and earned a surprised look, I realised that it was only 9 am - but I'm German, I'm allowed to drink all day!
Logging in to Wi-Fi and checking news brought two sad news... Real Madrid winning the champions league and much more shocking the next attack in London. Fortunately none of my friends were involved, but dropped my mood to think about. Schillers "Ode to joy" came to my mind, that's why I'm putting it at the beginning of this post in full length. How full of hope for a better understanding, how full of actual importance and meaning! May we somehow find a way of forgiving each other all this atrocities and cruelties!
After cappuccini and beer we went on, after long lasting kilometres finally arriving at the monastery...only to find us surrounded by tourists and tourist prices. So we fled soon, climbing up the rest of the distance through dirty, waste filled woods. It's a pity to see how little people care for their environment!
Finally we reached our place to stay, a little village close to Fara in Sabina...only to stumble into the next family celebration. But after a long shower we were able to join normal people and rewarded us with a delicious meal in a beautiful mediterranean garden. Tomorrow waits a full dose of civilisation, cause there is just a short way ahead (on main traffic roads) until we'll finally reach Rome...














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