Freitag, 18. September 2015

Glaspalast


Glaspalast
18.09.2015

Sitz in meinem Glaspalast
und werf Steine in die Welt
um die Spiegel zu zerschlagen
die zeigen was mir nicht gefällt
Doch die Splitter und die Scherben
schneiden tief und tun mir weh
wenn ihr Funkeln ich betrachte
und anerkenne was ich seh
Während eigne Schnitte bluten
fremde Wunden zu behandeln
ist als würd ich blindlings vorwärts
auf unbekannten Pfaden wandeln
drum befiehlt es sich in Demut
und bedachtsam still zu werden
mit Taten statt mit Worten wirken
sollt mir Verpflichtung sein auf Erden

Dienstag, 15. September 2015

Mein E-Mailschriftverkehr mit dem Nocti Vagus / Restaurantkritik

Mein E-Mailschriftverkehr mit dem Nocti Vagus / Ein Abend aus Gästesicht

1.Mail
20.08.2015

Liebes Nocti Vagus Team,


ich hatte am Samstag dem 15.08.2015 für 2 Personen das Überraschungsmenü mit der Fever-Show gebucht und sehe mich im Nachhinein dazu gezwungen, ihnen ein paar Zeilen dazu zu schreiben.
Denn kurz gesagt – wurde ich bitter enttäuscht!
Ich war 2012 schon einmal Gast und hatte nur beste Erinnerungen, darum lag es nah, anlässlich des Geburtstages meiner Begleiterin mit etwas Außergewöhnlichem zu überraschen.
Dies war es auch – allerdings zumeist in negativer Hinsicht.
Einiges kann man mit gutem Willen als Kleinigkeit abtun, anderes jedoch waren gravierende Fehler und Versäumnisse.
Aber der Reihe nach...

Ich reservierte am Vortag über ihre Website zu 18 Uhr und gab dabei alle wichtigen Informationen an, unter Anderem auch eine Allergie gegen Sellerie.
Kurz darauf erhielt ich den Anruf eines freundlichen Mitarbeiters, der mich fragte ob es möglich sein unsere Reservierung auf 18:30 zu verschieben, was auch an sich kein Problem darstellte.
Allerdings stellte sich dann erst zufällig bei meiner Nachfrage bezüglich der vermutlichen Länge des Dinners in einem Nebensatz der Antwort heraus, dass das eigentliche musikalische Programm erst im Anschluss gegen 21 Uhr stattfinden würde. Dies war auf ihrer Internetseite jedoch anders beschrieben, insofern als das dort davon die Rede ist, das uns „Die französische Sängerin Bianca durch den Abend begleitet“.
 Das sich das auf einige wenige Songs zum Abschluss bezog, war diesem Satz nicht zu entnehmen.
In diesem Zusammenhang möchte ich zudem erwähnen, das unser Kellner zunächst davon sprach, die Künstlerin würde zwischen den Tischen herumwandern – was nicht der Fall war. Auf unsere spätere Nachfrage erklärte er, das das Mikrofon einige Tage vorher kaputt gegangen wäre und scheinbar noch nicht wieder repariert sei.
Meiner Interpretation nach heißt dies, das wir ein eingeschränktes Programm,welches zudem nicht der Ankündigung entsprach präsentiert bekamen, dafür aber den vollen Preis bezahlen mussten.
Zunächst aber hieß es für uns nur, das diese Programmgestaltung unsere Abendplanung durchkreuzte, die eigentlich einen späteren Konzertbesuch vorsah.
Im Moment des Telefonats konnte und wollte ich jedoch nicht spontan stornieren, da zum Ersten eine Stornierung von ihnen ja auch ausdrücklich ausgeschlossen wird,zum Zweiten ich dies nicht ohne vorherige Absprache entscheiden wollte und zum Dritten ich auch weiterhin voller Vorfreude auf ein tolles Erlebnis war.

Als wir dann pünktlich bei ihnen waren, wurden wir zunächst gebeten noch oben Platz zu nehmen.
Freundlich wurde unsere Menü und Getränkewahl erfragt, wobei der Kellner bei unserer Anmerkung bezüglich der Allergien noch damit punktete, das er diese sofort von sich aus als bekannt erwähnte.
Dann wurde uns eine „Aufmerksamkeit der Küche“ gebracht, die sich in der Nachbetrachtung als 1.Gang herausstellt, der aber offensichtlich nicht „in the dark“ serviert wurde.
Ich würde empfehlen, das dann auch in der Präsentation so zu benennen und im Vorfeld darauf hinzuweisen, das nur drei Viertel des Menüs im Dunkeln stattfinden.
Das wir dann noch bis ca. 19 Uhr warten mussten, bis wir an unsere Plätze gebracht wurden, war angesichts der dort folgenden Überraschung dann aber nur ein marginales Problem.


Denn dort angekommen stellte sich heraus, das wir am gleichen Tisch gegenüber von zwei Fremden platziert wurden. Dies war zwar glücklicherweise nette Gesellschaft – wenn ich jedoch knapp 150€ für ein Essen bezahle, vor Allem im Rahmen eines Geburtstages, dann erwarte ich schlichtweg etwas Privatsphäre oder zumindest einen Hinweis vor der Buchung, im Telefongespräch oder allerspätestens oben im Hellen!
Auch unsere Tischnachbarn teilten Überraschung, Meinung und Problem, so scheint dies kein Einzelfall, sondern generelles Informationsversäumnis zu sein.
Diese Art von Sitzorganisation ist jedoch alles andere als üblich oder für den Reservierenden vorhersehbar.
Aus dem Mangel an Privatsphäre ergab sich zudem, das wir keine Möglichkeit hatten, uns spontan auszutauschen und den Tisch direkt abzulehnen...aus Höflichkeit gegenüber unseren Gegenübern, aus Unsicherheit im Dunkel und aus der Überraschung der Situation heraus.
Ein nette Unterhaltung mit vollkommen Fremden war dann das Ergebnis, aber auch der Umstand, das ich mein Weinglas in Richtung meines Gegenübers verschüttete oder er mein Besteck betastete – beides natürlich versehentlich, zwischen Fremden jedoch sehr unangenehm.

Es sollte sie bedenklich stimmen, das ich immer noch nicht beim größten Fauxpas angelangt bin.

Von unserem sympathischen Kellner wurden wir dann nochmal nach unserer Menüwahl befragt, auch hier erwähnten wir noch einmal die Sellerieallergie, woraufhin er nur antwortete, das dies im aktuellen Fall ein sehr wichtiger Hinweis wäre.
Kurz und knapp – als dann später der Hauptgang des Überraschungsmenüs kam, kam er mit Selleriepürree, was wir zunächst kaum glauben wollten. Leider bestätigte unser Kellner unsere ungläubige Nachfrage und suchte die Schuld für die Verwechslung in der Küche.

Zu unserem und ihrem Glück handelt es sich nur um eine sehr leichte Allergie gepaart mit einem starken Gefühl der Widerwärtigkeit, ich denke ich muss ihnen nicht vor Augen halten, welche Auswirkungen eine stärkere Reaktion, vor allem angesichts der Umgebung, hätte haben können!

Wir erhielten dann zügig einen anderen Ersatz, der scheinbar dem Menü II entnommen war, das unsere Gegenüber schon vor uns erhalten hatten und dessen Zusammensetzung uns darum schon bekannt war...soviel zum Thema Überraschungsmenü, das nur unliebsame Überraschungen bereit hielt.

Als letztes dann im Dessert.
Zunächst einmal erhielt eine der Beiden Fremden das falsche Dessert (Überraschung statt Menü II).
Dann wurde uns später im Rahmen der Erklärungen zu unser aller Erstaunen mitgeteilt, das unser Dessert jeweils etwas Eis enthielt.
Das wir dies nicht finden konnten, wurde uns damit entschuldigt, das man nicht erwarten könnte, das bei es bei diesen Temperaturen sehr lange seine feste Form bewahre...
Dies war beileibe nicht nur ein Problem an diesem Tag und wenn sie ein Produkt nicht in essbarer Form zum Kunden bringen können, dann können sie es halt nicht anbieten und müssen sich eine Alternative überlegen.
Neben dem Fehlen des Eises beklagten die Damen zudem überzeugt das Fehlen der später beschriebenen Trüffel, das kann ich aus eigener Perspektive allerdings aus Mangel an Trüffelerfahrung weder bestätigen noch widerlegen.
Vielleicht sollte ich zudem erwähnen, das es wenig vorteilhaft wirkt, wenn auf Nachfrage zur Ferkelpraline erklärt wird “Es ist eine kleine Wurst, aber so könne man es ja nicht nennen, wenn man soviel Geld dafür bezahlen soll“...(Freies Zitat)

Als letzten Punkt betreffend der gastronomischen Versäumnisse muss ich leider auch noch die Getränke erwähnen. Mein Gegenüber bestellte als Erster und bekam erst nach zweifacher Nachfrage und inakzeptabler Wartezeit nach uns sein Bier, wir brauchten uns glücklicherweise nur einmal erkundigen, mussten jedoch auch vom Hauptgang an bis nach dem Dessert auf unseren Wein warten.

Nach dem Essen sprach ich oben vor dem Bezahlen einen Kellner auf die drei schwerwiegendsten Punkte an – die Platzierung, das Vergessen der Allergie und die extrem lange Dauer des Getränkeservices. Als Ausgleich wurde uns neben Entschuldigungen eine Runde Prosecco oder ein anderes Getränk der Wahl angeboten.
Dies nahmen wir dann auch an, mir als Initiator der Beschwerde lag in diesem Moment auch nicht an weitergehender Konfrontation. Dies lag aber nur an meiner Begleiterin, die den Abend trotz der geschilderten Ereignisse in einen angenehmen verwandelte.

Deshalb habe ich mich mit ein wenig Abstand trotzdem dazu entschlossen, ihnen diesen Abend aus Sicht eines Gastes zu schildern.
Sicherlich kam da auch viel Unglück zusammen, einiges jedoch erscheint mir korrigierbar und Versäumnissen ihrerseits geschuldet.
In der Zusammenfassung hat mich der Besuch in allen Aspekten enttäuscht, sowohl Service als auch Show und Essen konnten bei weitem nicht überzeugen.
Nunmehr kann ich leider das Nocti Vagus keineswegs mehr mit gutem Gewissen empfehlen und ein dritter Besuch erscheint mir ebenso unwahrscheinlich.

Ich würde mich dennoch über eine Stellungnahme ihrerseits freuen und verbleibe mit den besten, konstruktiven Wünschen


Tom Hagemeister



Antwort: Fehlanzeige



2.Mail
08.09.2015

Wertes Nocti Vagus Team,

am 20.08.2015 hatte ich ihnen in einer längeren E-Mail einen misslungenen Abend bei ihnen aus Gästesicht geschildert und um eine Stellungnahme ihrerseits gebeten.
Leider erfolgte von ihrer Seite keinerlei Reaktion.
Diese erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber ihren Gästen werde ich von nun an zum Anlass nehmen, im privaten Kreis und in den sozialen Medien aktiv vom Besuch ihres Restaurants abzuraten und von meine Erfahrungen dort berichten.

Mit bedauerndem Gruß
Tom Hagemeister

Antwort: Nur 2 Minuten später

Sehr geehrter Herr Hagemeister,

entschuldigen Sie bitte ich werde dazu Stellung nehmen demnächst. Es ist leider untergegangen. Ich bitte Sie vielmals um Entschuldigung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr NOCTI VAGUS Team

XXX



Meine Reaktion:



Vielen Dank für die diesmal schnelle Reaktion. Werde mein angekündigtes Vorgehen damit erstmal zurückstellen und warte auf ihre Antwort.

Mit freundlichem Gruß
Tom Hagemeister



angekündigte Stellungnahme: Fehlanzeige



Abschließende Mail meinerseits:



15.09.2015



Da sie ihren Worten leider keine Taten folgen lassen, muss ich dies mit den meinen tun.

Mit bedauerndem und enttäuschtem Gruß

Tom Hagemeister




Reaktion ca. 1 Stunde nach der Veröffentlichung



Sehr geehrter Herr Hagemeister,

ich hatte Ihnen letzte Woche am 08.09.2015 geschrieben das ich mich demnächst bei Ihnen melden werde. Ich hab mit der Küche gesprochen und auch mit der Restaurantleiterin die sich der Sache annimmt und Ihnen auch diese Woche eine Stellungnahme zukommen lassen hätte. Ich weiß Sie sind aufgebracht wegen des Abends und das ist auch verständlich.

Wie gesagt die Restaurantleiterin lässt Ihnen diese Woche gerne eine Stellungnahme zukommen wenn Sie das noch Wünschen. Ich bitte Sie außerdem wenn Sie ihre Erklärung in entsprechenden Foren verzeichnen das Sie die Namen herrausnehmen.
 
Mit freundlichen Grüßen

Ihr NOCTI VAGUS Team

XXX



Meine Reaktion



Werter Herr XXX!

Zunächst einmal meine Entschuldigung für die öffentliche Nennung ihres Namens, werde diesen umgehend bei Facebook und in meinem Blog unkenntlich machen. Zudem möchte ich aber hinzufügen, das ich auch diesen Teil der Konversation anonymisiert dem bereits gepostetem hinzufügen werde. Mir liegt nicht an einer einseitigen Darstellung der Vorkommnisse und da ihr Mail ihr Bemühen demonstriert, will ich dies auch keinesfalls verschweigen.

Bezüglich des Zeitpunkts meiner Veröffentlichungen - ich empfinde 7 Tage Frist für eine Stellungnahme als angemessene Zeitspanne, besonders angesichts der bisherigen Nichtreaktion.

Ich bin weiterhin sehr interessiert an einer Stellungnahme ihrerseits.

Mit freundlichem Gruß
Tom Hagemeister


Stellungnahme vom 22.09.


Sehr geehrter Herr Hagemeister,
im Anhang finden Sie die Stellungnahme unserer Restaurantleiterin.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr NOCTI VAGUS Team
XXX


--> ANHANG


Sehr geehrter Herr Hagemeister,

erstmal möchte ich mich für die Unannehmlichkeiten bei Ihnen und Ihrer Begleiterin entschuldigen. Leider war ich an dem Abend dem 15.08.2015 nicht zugegen sodass ich nur mitfühlen kann wie der Abend abgelaufen sein könnte.
Ich habe mit der Küche und den Service Personal gesprochen und diese haben mir versichert dass es keine Absicht war lediglich ein einmaliges versehen.
Gerne möchte ich Sie und Ihre Begleiterin zu einem Montag (ohne Show, ohne Getränke) einladen, damit Sie sich selbst überzeugen können dass es lediglich ein einmaliger Vorfall war.
Bitte reservieren Sie vorher bei uns.
Mit freundlichen Grüßen
Die Restaurantleitung